Mittwoch, 15. Mai 2013

persona non grata.

das xpentesilea hat ja schon ein paar mal hier erwähnt das es mit ihr und dem arbeitgeber kein inniges verhältnis mehr geben wird. nein, im gegenteil, das ganze ist äußerst unterkühlt und lädt zum einschlafen ein. 

nun seit das xpentesilea schwanger ist, hat sich das verhältnis zu ihrem chef zu einem kleinen krieg entwickelt. einen krieg gegen das xpentesilea und das ungeborene leben in ihrem uterus. 

der erste feldzug des chefs war ein gespräch unter vier augen. ein besprechungsraum mit heruntergelassenen rolläden und ein skeptisch-böser blick seinerseits, der mit folgenden vorwürfen abgefeuert wurde (gedächtnisprotkoll):

'also xpentesilea, du bist schuld wenn wir in die roten zahlen rutschen dieses jahr.'

'deine kollegen sind auch nicht so begeistert von deiner ss, schließlich bekommen sie ihren bonus nicht wenn wir nicht das komplette jahresergebnis erreichen' (dazu muss man sagen das sich das jahresergebnis daraus ergibt, dass alle mitarbeiter mit einer 100%igen anwesenheit, keinen krankheitstagen etc. beim kunden 8 stunden pro tag arbeiten) 

'du warst ja jetzt öfter krank. es wäre gut wenn du diese krankheitstage durch überstunden wieder reinarbeiten würdest.'

'ach ja, und wir sind hier kein wunschkonzert. du musst 8 stunden arbeiten und kannst nicht früher gehen oder später kommen.'

ok... danke für die aufklärung. das hört sich alles tierisch nett an. vor allem weil das xpentesilea ja nicht krank war weil sie keinen bock auf die arbeit hatte oder sie sich ein paar schöne tage im bett mit sex and the city machen wollte. nein, sie hat sich die seele aus dem leib gekotzt und unendlich beschissen gefühlt. 

der zweite streich seitens des chefs war ein streichen ihres kompletten jahresurlaubs. schließlich habe das xpentesilea ja genug urlaub gegen ende des jahres. ähhhmm ja, stimmt, ein kind ist definitiv urlaub mit zusätzlichem wellnessfaktor.

diese ganze schikane mit täglichen bösen blicken und vorwürfen, versteckt oder offensichtlich, endete mit einem heulkrampf seitens dem xpentesilea bei der frauenärztin, die geschockt den schilderungen des xpentesilea gelauscht hat. es folgte eine 4 wöchige krankenzeit für das xpentesilea, damit sie nicht mehr jeden tag permanent kotzen muss, erholen kann und das würmchen eine chance hat zu wachsen.

die hebamme empfahl dem xpentesilea ein halbtägiges berufsverbot. gesagt, getan. die frauenärztin gab ihr das berufsverbot. 

nach den 4 wöchigen brüten und erholen ging das xpentesilea wieder zur arbeit und hoffte auf tolle aufgaben, 4 stunden täglich

sie erhielt folgende rede die 20 minuten dauerte:

'also xpentesilea, wenn du ein berufsverbot von 4 stunden bekommst, dann geht es deinem kind ja nicht wirklich gut. und leider, leider haben wir in der zentrale keine aufgabe für dich. schließlich haben wir grad nicht mal aufgaben um uns zu beschäftigen. also müssten wir dich weiterhin zum kunden schicken und du müsstest pro tag 3 stunden unterwegs sein. das wäre doch äußerst contraproduktiv zu deinem berufsverbot. außerdem kommt es bei dem kunden nicht so gut an wenn du nach 4 stunden wieder gehst. 
vielleicht wäre es besser wenn du dir ein ganzes berufsverbot holen würdest. ich meine, wir dürfen dir das gar nicht empfehlen oder so. 
aber denk doch mal darüber nach was du alles machen könntest. in der sonne liegen. shoppen gehen. mit freundinnen kaffe trinken gehen.
es wird das beste für dich und dein kind sein. wir könnten es uns nie verzeihen wenn dem baby was passiert.'

danach wurde das xpentesilea nach hause geschickt. gut das die toleranz der arbeitgeber schwangeren gegenüber in deutschland so groß ist. da muss man sich doch nicht wundern, dass es immer weniger frauen gibt, die bereit sind kinder zu bekommen, oder???          

Kommentare:

  1. Wie doof, dass du zusätzlich zu den Schwangerschaftsstrapazen dermaßen trouble bei der Arbeit hast.
    (Ich kann schon verstehen, dass ein Arbeitgeber nicht sehr erfreut ist, wenn seine frisch eingestellte Mitarbeiterin direkt schwanger wird und die Schwangerschaft sofort mit Krankmeldungen einhergeht. Der sieht dich als Arbeitskraft und Kostenfaktor und nicht als Mensch. Nicht schön, aber so ist es. Und, klar, wenn du direkt ganz krank geschrieben wirst für die gesamte Schwangerschaft, dann zahlt die Krankenkasse und er ist finanziell entlastet...)
    Was machst du denn jetzt? Lässt du dich tatsächlich komplett krank schreiben? Aber letztlich bedeutet die Reaktion deines Arbeitgebers vermutlich auch, dass er nach der Elternzeit nicht bereit sein wird, dich mit einer Stundenreduzierung zu beschäftigen, auch eine doofe Perspektive.
    Ich drück dir die Daumen, dass du entweder eine gute Lösung findest (vielleicht hoch erhobenen Hauptes dumme Sprüche ignorierst und dich nicht aus dem Job rausdrängen lässt) oder dich volle Pulle aufs Kind freust und deine Energie vorerst darein steckst. Und was nach der Schwangerschaft und den ersten Monaten kommt, siehst du dann. Dann ist dir bestimmt eine nervliche Schutzschicht gewachsen und komische Chef-Attacken lächelst du einfach weg...
    Alles Gute!!!
    wünscht dir Christine

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  2. hallo liebe christine... vielen dank für dein kommentar und deine lieben worte. nun, letztendlich ist es so ausgegangen das ich mir ein berufsverbot geholt habe. ich möchte meine energie nicht in etwas stecken, das es nicht wert ist. ich habe auch so genug zu tun und kann meine kraft in die renovierung der wohnung stecken. außerdem hab ich eine ehrenamtliche tätigkeit begonnen, bei der ich kindern hausaufgabenunterstützung gebe. das ist dann etwas, bei dem der lohn weitaus höher zu bemessen ist, als es mit geld möglich wäre.
    zurück möchte ich gar nicht. zu so einer firma kann ich kein vertrauen mehr haben.

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