Freitag, 11. April 2014

mamitreffen.

zwangsläufig trifft man als echte mama andere mama's. dies dient nicht nur der belustigung der kinder, sondern vor allem dem gegenseitigen austausch. da geht es dann aber nicht wie früher um die neusten modetrends oder dem letzten partyexzess. nein, jetzt geht es um windelinhalte, trink-/essverhalten oder den neusten komischen hautausschlag des jüngsten familienmitglieds.

die ersten treffen verlaufen fast immer nach dem gleichen schema. ein blick in den kinderewagen der anderen mama und ein verzücktes 'ohhh, ist die/der süß.' dabei kann das baby noch so häßlich sein.

regel nummer 1: man sagt einer mutter nie die wahrheit über das aussehen ihres kleinen engels.

danach folgt der übliche erste smalltalk.

#stillst du?#
#ähhhm, nein, aber ich habe natürlich voll gestillt bis gestern.#
augen werden weit aufgerissen.
#ohhh. na dann. ich habe finn/max/leon gestillt bis er ein jahr alt war und mia/amelie/sophie stille ich auch noch VOLL.#
hmmm, ja, schön für dich.

#fütterst du schon brei?#
#ja#
#du kochst doch selber, oder?#
#klar, bis auf das fleisch.#
wieder schreckensgeweitete augen.
#ohhh. wieso denn nicht? der tafelspitz für 60€ bei metzger xyz ist doch voll bioqualität und das BESTE für ein baby.#
wenn ich verstehen würde warum mein baby teurere lebensmittel zu sich nehmen soll als ich, würde ich auch noch das fleisch selber kochen.

#krabbelt sie schon?#
#nö, sie ist aber auch erst 5 monate alt.#
augen - na sie wissen schon.
#also mein finn/max/leon ist schon mit 4 monaten gerobbt. so etwas muss man aktiv fördern.#
mache ich, man kann sein kind aber auch überfördern und erzwingen das es mit 1,5 jahren schon zum geigenunterrischt geht.

#sind denn schon die ersten zähnchen da?#
#nö.#
#ja bei der kleinen mia/amelie/sophie auch nicht, aber sie sabbert schon soooo stark das bestimmt heute nacht der erste zahn kommt.#

danke für's gespräch. wie war das noch mit dem neusten trend in sachen jeans?

Mittwoch, 9. April 2014

smell my pooh.

nie, aber auch nie hätte das xpe gedacht das sie mal an scheiße riechen würde. doch jetzt ist sie auch einer dieser mütter geworden die mitten in der stadt ihr kind mit dem hintern an die nase reißen nur um herauszufinden ob dieser wiederwärtige gestank von ihrem süßen engel kommt oder doch von dem verdauungsorgan des nebenmanns.

gesucht: mutter, bezahlung: beschissen.

als vollzeitmama verdient das xpe verhältnismäßig gar nicht schlecht. aber nur weil sie vor dem neuen job als mama im alten job eine gehaltserhöhung rausgeschlagen hat und auch dort für eine frau überdurchschnittlich viel verdient hat. aber trotz all dieser dinge verdient sie knapp die hälfte. sie fragt sich oft wie das andere mamas machen, die schon von vornerein soviel verdient haben wie das xpe jetzt bekommt.

zumal der jetzige job doppelt so anstrengend ist wie der davor. da is nicht um 17:00 uhr feierabend machen und danach #arschlecken# denkend ein feierabendbier und die kippe genießen. dieser job ist ein 24/7 job mit dem verantwortungsgrad eines herrn daimler. und manchmal bezweifelt das xpe das ein herr daimler überhaupt soviel verantwortung trägt. monetär ja, aber hey, verantwortet er auch ein menschenleben? nein. das xpe schon. abends ist sie oft so erledigt, dass sie im stehen schlafen könnte.
aber selbst der wohlverdiente schlaf wird des nächtens unterbrochen. und dabei ist eine unterbrechung zur nahrungsaufnahme nur best case. im schlimmsten aller fälle halten uns bauchweh, übermüdung oder der spieltrieb stundenlang wach. die augenringe des xpe's haben den namen nicht verdient, augenkrater trifft es eher.

das rumgeschleppe der lütten bescheren nacken- und schulterschmerzen, sowie rückenschmerzen.
und zu guter letzt sei die schwabbelschwarte erwähnt, die sich vehemment auf den hüften hält, jeglicher diät und sportlichen aktivität trotzdend.
ach ja, beinahe vergessen die brüste, die nun bis unterkante kniekehle hängen.

das xpe plädiert für eine weitaus höhere entlohnung für den härtesten job ever.

Dienstag, 8. April 2014

zeit vergeht.

lange ist es her seitdem ich das letzte mal geschrieben habe. für meinen geschmack zu lange. jedoch merke ich gar nicht wie die zeit vergeht. vorbeifliegt. rennt. rast. 
mein tagesablauf wird bestimmt von einem wesen. meiner tochter. alles ist abgestimmt auf ihr leben, darauf das es ihr gut geht. aber sie bestimmt nicht mein leben, nein, sie bereichert es.
nie häte ich gedacht das ich eine mama werde. ich kann mich noch erinnern wie ich immer angst davor hatte keine gute mutter zu sein. das muttergen hat mir gefehlt. doch jetzt weiß ich das man das muttergen erst hat, wenn man mutter ist. jede noch so schlaflose nacht ist nicht mehr so schlimm wenn ich am morgen aufwache und sie mich anlächelt. sich an mich drückt. mir einfach so ihre liebe gibt. 
es macht mich glücklich sie aufwachsen zu sehen. zu sehen wie sie sich entwickelt. dinge tut, die sie gestern noch nicht konnte. bei ihrem ersten geplapper hatte ich eine träne in den augen und bei dem ersten drehen habe ich laut mitgejubelt. 
wir sind umgezogen. raus aus der wohnung die ein friedhof war, auf dem meine gescheiterten beziehungen begraben waren und die allgegenwärtigkeit eines toten freundes. wir haben einen schritt nach vorne gemacht, in eine zukunft, die nur gemeinsam sein kann.
ich sehe in eine zukunft als familie. und ich bin glücklich. unendlich glücklich.

Mittwoch, 12. Februar 2014

aufgewacht.

nach dem tod des besten ehemaligen mitbewohner freundes musste das xpe erstmal raus. raus aus allen dingen, die an ihn erinnert haben, somit auch ihren blog. zu oft hat sie hier von ihm erzählt. zu viel erinnerung verbarg sich in dieser herzensecke.
noch nie ist jemand gestorben den das xpe wirklich geliebt hat. und nein. sie möchte auch nicht das dies nochmal passiert. am besten nie mehr.
er ist jetzt einen monat tod.
am anfang hat das xpe versucht erklärungen zu finden. wie kann ein junger mann von 37 jahren einfach so sterben? an herzversagen. und das im krankenhaus. sie hat im kopf immer wieder den tag abgespult. das telefonat am morgen mit ihm, seine kommentare auf dem gesichtsbuch, das klingeln an der türe, die nachricht. sie musste unbedingt für sich herausfinden wann er gestorben ist. wie. was waren seine letzten sekunden? hatte er schmerzen?
jedes mal wenn sie das durchgegangen ist hat es ihr die kehle zugeschnürt. der gedanke an ihn hat ihr herz zerissen.
gedankenfetzen schwirren durch das vernebelte gehirn.
er, wie er anruft und "schnuuuupppsssiii" schreit. er wie er für sie da war und zugehört hat. immer, auch wenn es genervt hat. er als ihr freund und als ihr kumpel. als der mitbewohner. ein türkeiurlaub, 4 weihnachten, 4 geburtstage (dabei ein 30er), herzschmerz, glück, der zoo.
jedes mal begleitet von tränen.
die angststörung, die das xpe mit ihm überstanden hat meldet sich wieder. massiv und mitten ins gesicht. sie kann nicht atmen, ihr ist schwindelig. sie hat angst zu sterben, wie er. der einzige sicherheitsanker, den sie sich gelassen hat, nämlich das krankenhaus, ist weg. sie dachte immer das man ihr dort das leben retten könne. dies war ihr sicherer ort. aber das stimmt nicht. auch dort kann man sterben. einfach so. mit 37. da hat er ihr noch die letzte therapiesitzung verpasst der gute beste freund. nämlich mit dem tod in dem sicheren ort.
doch das xpe ist wieder aufgewacht. sie denkt mit einem lächeln an ihn. findet es schön das sie ihn hatte, für eine weile, in ihrem leben. sie kann zu seiner mutter gehen und sie in den arm nehmen. ihr eine starke schulter sein und zuhören. stundenlang. sie hat abschied genommen. irgendwann wird sie in die türkei zu seinem grab fliegen und eine blume niederlegen. und vielleicht kurz schimpfen das er sich einfach so schnell verpisst hat.
sie ist stärker geworden. an dem schmerz gewachsen. danke lieber freund dafür. dafür und das das xpe nun das leben noch ein wenig mehr schätzen kann.

Donnerstag, 9. Januar 2014

nachruf für dich.

du bist von uns gegangen. von mir. aus meinem leben. gestern. am 08. januar 2013. du bist einfach so gestroben. du, der ex-liebste, der ex-mitbewohner, der freund, den ich sehr geliebt habe.

du hinerlässt eine mutter, einen vater, einen bruder und eine schwägerin. 2 nichten. unzählige freunde. mich.

wir haben nochmal telefoniert. gestern morgen. du hast mir gesagt das es dir gut geht. die herzbeutelentzündung wegen der du im krankenhaus warst sei nicht so schlimm. unentdeckt wäre sie schlimm gewesen, aber da entdeckt, die heilung nur eine sache von tagen. du wolltest mir deine zimmernummer schicken damit ich dich besuchen kann.

das nächste was ich gehört habe war ein klingeln an meiner tür. knapp 7 stunden später. zwei mir vertraute menschen. weinend. was als nächstes kommt ist eine abfolge von bildern die abgehakt vor meinem inneren auge ablaufen. er ist tod. ich liege am boden. schreie und weine. nein, das ist nicht wahr. kann nicht war sein. du kannst nicht weg sein.

danach kam die leere. die angst. die bauchschmerzen. ich sehe gespenster. denke du bist da, in der wohnung, in der wir mal zusammen gewohnt haben. immer wenn ich an dich denke (und das passiert im sekundentakt) schießen mir die tränen in die augen. ich kann nicht allein sein. mein kind muss neben mir im bett schlafen. ganz eng an mich und den liebsten gekuschelt. die stille ist mein feind, genauso wie die dunkelheit. minuten fühlen sich an wie stunden, eine nacht wie ein jahr.

bei der trauerfeier heute ist deine mutter zu mir gekommen und hat mir gesagt wie sehr du mich geliebt hast. als freundin. ja, ich habe dich auch geliebt. so sehr das es mein herz bricht das du gehst. und zwar ohne dich zu verabschieden. und ohne das ich dir sagen konnte was für ein besonderer mensch du für mich warst. wie sehr ich dich geschätzt habe.

niemals werde ich dich vergessen. nie. du bleibst in meinem herzen liebster freund.

Samstag, 4. Januar 2014

entwicklungsdrama.

in etlichen ratgebern kann mutter lesen wann das kleine wesen an ihrer seite welchen schritt in der entwicklung getan haben muss und was es zu welchem zeitpunkt können muss. jedes mal wenn das xpe den momentan stand liest verzweifelt sie schier.

diese woche, also in nummer 9, müsste das minimi die mama liebreizend anlächeln und dabei laut ihr glück kundtun. naja. sie runzelt oft die stirn und macht dann eine kleine zornesfalte in der mitte. außerdem gluckst sie. kurz bevor die schreit.

sie sollte sich vom bauch auf den rücken drehen können. einmal, als das xpe das minimi auf den boden auf den bauch gelegt hat, weil sie dringend auf den pot musste, lag sie danach auf dem rücken. der ehemann schwört er war es nicht. naja. falls sie sich gedreht hat, hat das xpe diesen ersten sensationellen schritt verpasst. danach hat sie es nicht mehr versucht. weder in an-, noch in abwesenheit vom xpe.

minimi sollte langsam spielzeug über sich greifen können. ja. sie schlägt. und manchmal packt sie aus versehen den fuß ihres quietscheigels. aber das xpe denkt das ist ein versehen.

in den ratgebern liest das xpe dann immer wie sie ihre tochter fördern kann. also springt sie den ganzen tag durch die wohnung und singt, mit gestrickten tieren auf den fingern, brabbelt und quietscht ihrer tochter was vor. was es bringen soll, weiß sie nicht, aber wenigstens hat sie es ratgebergerecht getan.